letzte Aktualisierung: 03.09.2010 21:44:00
(im Herbst 2006)
Spät im Jahr, am letzten Oktoberwochenende, machte sich unsere Eltern-Kind-Gruppe "FLOHZIRKUS" auf zu ihrer
jährlichen Ausfahrt. Der Andrang war groß, fast alle Kinder fanden sich mit Eltern und Geschwistern und den Erzieherinnen
Meingard Lohse und Frauke Fröchtling am Freitagabend im Ostseebad Graal-Müritz ein. Ziel war - wie schon im letzten Jahr - die
Evangelische Familienferienstätte "Haus Wartburg" (
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heimelige Unterkunft, nur einen kurzen Fußweg durch den Uferwald vom Meer getrennt.
Nach dem ersten Gang zum Meer, nach abendlichem singen und Geschichte waren die Kinder spät im Bett. Auch die Eltern saßen noch
lange im gemütlichen Ofenzimmer, froh, sich in Ruhe austauschen zu können, was im morgendlichen Geschiebe der Kindergartengarderobe
immer zu kurz kommt.
Noch vor sieben Uhr am Sonnabendmorgen sollten die ersten Kinder ihre Freunde - und deren Eltern - herausgeklopft haben. Am Sonnabendvormittag stand dann ein weiterer Strandspaziergang auf dem Programm, sogar die Sonne zeigte sich ab und zu, und das Meer war ruhig. Die Kinder gruben mit vollem Eifer im Sand, die Eltern räkelten sich in den spärlichen Sonnenstrahlen. Nur Meingard nutzte die Gelegenheit, Muscheln für die anstehende Herbstbastelei zu sammeln.
Schnell ging der Vormittag vorbei, und müde fielen die Eltern nach einem reichlichen Mittagessen in die Federn. Nachmittags dann ein weiterer
Spaziergang am Meer, diesmal war der sportliche Ehrgeiz der Väter geweckt. Es galt, eine Flaschenpost von der Seebrücke so ins Meer zu
werfen, dass diese nach Stockholm, Danzig oder wenigstens nach Dänemark treibt und nicht gleich wieder an den Müritzer Strand.
Die übungshalber mit Kastanien ausgetragene Vorentscheidung entschied rasch ein Vater mit bewegter Handballervergangenheit für
sich. Er machte seine Sache gut, die Flasche landete weit im Meer und verschwand rasch am Horizont. Die Kinder haben bis heute keine Antwort
erhalten, es darf also auf eine weite Reise gehofft werden.
Am Abend stand dann eine Schatzsuche auf dem Programm. Meingard hatte einen Brief von Ritter Kunibert gefunden, der sein Lebenswerk am Müritzer Strand vergraben hat. Kuniberts Ortsbeschreibung war recht ungenau, und so hatten die Kinder lange Spaß daran, im Uferwald und am Strand im Schein der Taschenlampen nach dem Schatz zu suchen. Dieser wurde schließlich gefunden, und Kunibert hatte gut vorgesorgt: Für jedes Kind waren schöne Überraschungen dabei.
Am Sonntag stand nach dem Frühstück der Abschied vom Meer an, das sich ganz anders zeigte: Der Wind hatte aufgefrischt und hohe Wellen schlugen an den Strand. Drachen wurden ausgepackt, stiegen auf, verschwanden in den Baumwipfeln und wurden gesucht und geborgen. Die Kinder ließen sich zu einem langen Strandspaziergang überreden und für viele war es sicher noch ein schönes Erlebnis vor dem Winter.
Was bleibt, ist die Gewissheit, dass unsere Kinder in Meingards ruhigen und löiebevollen Händen gut aufgehoben sind. Die Kinder halten fest zusammen, jüngere Geschwister können die Aufnahme in den Kindergarten kaum erwarten, ältere Geschwister kommen gern zurück und die Eltern sind sich einig: "Liebe Meingard, bleibe unserer Eltern-Kind-Gruppe noch lange erhalten."
(Markus Lieck, aus dem Gemeindebrief Dezember 2006/Januar 2007)