Die Kirche "Zum Heilsbronnen" wurde 1912 eingeweiht. Ihren Namen hat sie nach einem Prophetenwort aus Jesaja Kap. 12, Vers 3 "Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbronnen". Aus dem Jahr 1912 sind noch die Portale und der Fußboden im Vorraum erhalten. Die übrige Inneneinrichtung wurde 1943 bei einem Bombenangriff ein Raub der Flammen. 1956 wurde der Innenraum in veränderter Form wieder aufgebaut, Seitenemporen herausgenommen und große Fenster eingebaut.

Wenn man die Kirche betritt, fallen sofort zwei Dinge ins Auge - der Altarraum und die großen bunt verglasten Fenster. Der Altar hat die Form eines Sarkophags. Das große Kreuz darüber wurde von Prof. Schreiter geschaffen. Links hängt eine Ikone, die eine Gemeindegruppe 1966 von einer Reise in die damalige Sowjetunion mitbrachte. Sie stellt die Verklärung Christi dar. Rechts über dem Lesepult hängt eine kleine Mutter - Gottes Ikone; in der Passionszeit ist dann dort eine Dornenkrone zur Erinnerung an den Leidensweg Jesu Christi.

Viele andere Kunstwerke wurden von Hans-Joachim Burgert geschaffen, später Professor an der Technischen Fachhochschule Berlin. Von ihm stammt das Lesepult mit den Leuchtern und auf der anderen Seite der große Osterleuchter. Diese Werke sind alle vielfältig verziert, was man bei näherem Hinsehen erkennen kann. Links neben dem Altarraum führt eine Gittertür in die Taufkapelle. Die Taufkapelle wurde beim Umbau neu geschaffen. Für die Tür wurden nach Entwürfen des Graphikers Markgraf einzelne Buchstaben zusammengeschweißt, so daß sie jetzt den Text eines altkirchlichen Taufgebets bilden.

                     

Die Kanzel wurde in die Gemeinde gerückt. Auf der Vorderseite befindet sich ein Halbrelief, auf dem die Fußwaschung, das Gleichnis vom Verlorenen Sohn und das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter dargestellt sind, eine Arbeit von Waldemar Otto.

Die Fenster sind alle von Burgert entworfen. Einige haben Themen zum Inhalt: vorne links Weihnachten und die Schöpfung; in der Mitte rechts die Passionsgeschichte Jesu, hinten Altes Testament und kirchengeschichtliche Themen. Bei den anderen Fenstern erzählt jedes einzelne Segment eine neutestamentliche Geschichte. Manchmal ist die Unterteilung recht klein, so daß es nicht immer ganz leicht ist, die jeweilige biblische Geschichte der Abbildung zuzuordnen.

Der Blick zurück zeigt uns eine große Konzertorgel, erbaut von der Fa. Schuke. Unter der Empore geht es links in eine kleine Kapelle. Ihr gegenüber ist an der Wand ein Dyptichon (Klappaltar), auch von Burgert. In verschiedenen Techniken hat er links das Leben des Mose (Kupfertreibarbeit), in der Mitte den auferstandene Christus (Elfenbeinschnitzerei) und rechts gemalte Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt. Das älteste Kunstwerk steht auf einem kleinen Podest neben der Empore - die "Berliner Madonna" von einem unbekannten Meister um etwa 1450.

Wenn Sie nach vorne gehen, sehen Sie dort Einlegearbeiten im Terazzoboden. Auf der Pultseite ist Mose mit den Gebotstafeln - "das Gesetz" - zu sehen, gegenüber Jesus, wie er seine Jünger lehrt. In dem Schriftbogen steht auf griechisch die erste Seligpreisung geschrieben "Selig sind, die geistlich arm sind" - " das Evangelium". Auch am Ausgang befindet sich in der Mitte noch eine große Einlegearbeit - das Hohepriesterliche Gebet Jesu.

Unter der Ikone ist seit einiger Zeit ein Gebetsleuchter aufgestellt., wie er sich in vielen katholischen und evangelischen Kirchen findet. Der Künstler Chavarch Khatchatrian hat ihn in der Form einer Spirale geschaffen, als Bewegung von Zeit und Ewigkeit. Zum Lob Gottes, für eine bestimmte Bitte oder einen bestimmten Dank kann nun dort eine Kerze entzündet werden.

Im Vorraum sollte man einen Blick nach oben werfen. Eine reich gestaltete Kassettendecke erzählt die Geschichte des Volkes Israel.

Vom Vorraum abgehend gibt es ein Café, das sonntags nach den Gottesdiensten, donnerstags nachmittags und auch bei anderen Gelegenheiten geöffnet ist.

Soweit in aller Kürze nur einige Hinweise. Für die über 40 Kunstwerke gibt es einen eigenen Führer. Er ist im Vorraum erhältlich, wo Sie auch gerne weitere Auskünfte erhalten.